Lange wusste ich nicht, was einmal aus mir werden soll. Die Wahl des Studiums war eine eher zähe Angelegenheit, mit Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften bin ich aber doch ganz zufrieden. Da sich das Studium langsam dem Ende neigt, stellt sich die unverhinderbare Frage nach dem Nachher immer wieder. Nun gut, ich weiss es immer noch nicht, aber immerhin das weiss ich: „öppis mit schriibe!“
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Wenn man denkt es geht nicht mehr…
Wieder einmal wurde ich eingeladen, über das Lucerne Festival zu berichten – was mir unheimlich viel Freude bereitete! Trotz dass es ein sehr chaotischer Tag war:
Beim morgendlichen Gang zur Toilette (sorry, TMI) flutete ich mein geliebtes Handy, so dass ich nicht mehr erreichbar war und auch niemanden erreichen konnte. Weiterlesen
Langer Atem
Ein ganz kurzes Aufatmen, lange nichts gehört, aber: ich lebe noch!
Allerdings nagt die Bachelorarbeit sehr an meinen Kräften, und so spannend es auch ist, so viel gibt es zu lesen, zu schreiben, zu verbessern, zu ergänzen, zu löschen… Aber bald ist es vorbei! Mir ist vorher aufgefallen, dass ich noch gar nicht begonnen habe, die Tage bis zur Abgabe zu zählen. Also, es sind noch genau 17 Tage. In Relation zu den 4 Monaten (=122 Tage) ist das gut aushaltbar, jetzt heisst es Endspurt, den Atem kurz halten und dann kurz durchschnaufen! Es geht ja gleich weiter mit den Abschlussprüfungen. Zum Glück durchläuft man nicht mehr als drei grosse Abschlussverfahren (ich hoffe es jetzt mal), da lässt sich das aushalten.
Also, noch ein letztes Mal tiiiief Luft holen!
Blah
Im Moment herrscht Langeweile. Nein, stimmt so auch nicht ganz. Es herrscht Routine. Die kann aber ganz schön langweilig sein. Ich gebe mir jedenfalls ganz viel Mühe dass sie das nicht wird, sonst stürze ich mich womöglich noch ins Leben der Normalen, Nichtstudenten die jeden Tag von 9-5h arbeiten und das kann ich nicht zulassen. Wie sieht’s denn also grad so aus? Weiterlesen
Im Neubad
Vor langem habe ich ein Interview mit dem Chef eines Luzerner Kulturplatzes gemacht, um die etwas andere Location – ein ehemaliges Schwimmbad – vorzustellen. Das ist, was dabei herausgekommen ist: http://www.tink.ch/new/article/2015/05/19/bad-ohne-wasser/
Viel zu viel
Von den enthusiastischen „ich schreibe jetzt jede Woche und mache nichts anderes mehr“ zu dieser andauernd währenden und niemals aufhörenden Funkstille, welche durch gelegentliche Aufschreie meines Innenlebens und des schlechten Gewissens, gepaart mit emotionalen Ausbrüchen und leidenschaftlichen Schreibeskapaden unterbrochen wird. Seien wir realistisch, mehr als ein Artikel pro Monat ist im Moment einfach nicht drin.
Meiner Meinung nach könnte der Tag viel mehr Stunden haben. Dann könnte ich: Texte lesen, die relevanten und freiwilligen, die in den Bücher und empfohlenen Artikeln, Texte schreiben, für die Uni, für die Bachelorarbeit, für den Journalismus, für den Blog, für mich, Musik machen, singen, tanzen, Klavier spielen, ein neues Instrument lernen, zu zweit, zu viert, alleine, Musik hören, ein Konzert geben, ausgehen, Sport machen, Yoga, Joggen, Pilates, Boxen, Kraftsport, Badminton, Dehnen, Handstand üben, allein, zu zweit, in der Gruppe, im Fitnesscenter, draussen, zuhause oder auf dem Sportplatz, nachdenken, über mich, über die anderen, über das Leben, über den Tod, über die Menschen, die Tiere, wie ich sein will, wer wir sind, Freunde treffen, den Freund treffen, Liebe verbreiten, streiten, Bewerbungen schreiben, auf Antworten hoffen, Geld verdienen, Geld ausgeben, in Seminare gehen, das Leben planen, Bachelorarbeit schreiben, Thesen verwerfen und wieder aufstellen, andere Arbeiten schreiben, mich aufregen, Lebenskrisen durchmachen, leben –
oder einfach länger schlafen.
2 Monate und 24 Tage in der Schweiz
Fast so lange hab ich gebraucht, bevor ich das erste Mal über Montreal gebloggt habe – jetzt bin ich immerhin einen Monat schneller! Meine Verfassung jetzt lässt sich mit der beim letzten Eintrag natürlich überhaupt nicht vergleichen. Ich ertappe mich dabei, wie mich der Trott der Heimat wieder aufsagt, das Altbekannte sich über mich gestülpt hat und die gross gefürchtete Routine schleichend, aber bestimmt über meinen Alltag, meine Gedanken, mein Leben bestimmt.
Update
So, da nun meine journalistische Karriere begonnen hat und hoffentlich nicht allzu schnell wieder endet, möchte ich hier etwas aktiver werden. Bin ich auch etwas erschrocken, dass ich den ganzen Februar nichts geschrieben habe! Zeit hätte ich ja genügend gehabt. Also los, let’s schreib!
Mein Plan: ab jetzt einen Artikel pro Woche! Den dann auch hoffentlich jemand liest 😉 Hab schon ganz viel geplant, aus ganz verschiedenen Bereichen. Wird toll!
#motiviert #schreiberling
Alleinsein
Kleine Gesellschaftskritik: obwohl wir uns in einer „progressiven“ Gesellschaft befinden und viele alte Muster aufgebrochen worden sind, lassen sich die alten Muster doch nicht ganz lösen. Dieser kleine Text ist entstanden, als ich – nun seit einiger Zeit glücklicher Single – mich ein weiteres Mal mit Missgunst gegenüber unserer Spezies konfrontiert sah. Es ist irgendwie nicht angebracht, allein zu sein und das zu geniessen.
Viele haben Angst davor. Ist ja „natürlich“, der Mensch ist bekanntlich ja ein soziales Tier. Aber ist es so schlimm, auf sich allein gestellt zu sein? Niemanden an seiner Seite zu haben der einen in seinem Vorhaben bestärkt, unterstützt, kritisiert? Ist man abhängig von dem anderen? Ist man sowieso immer auf der Suche nach der zweiten Hälfte? Ist man alleine unvollständig? Kann man nur zu zweit ganz funktionieren?
Ich bin gerne allein. Ich mag es, alleine in meinen Gedanken herumschweifen zu können und von niemandem gestört zu werden, sie mit niemandem teilen zu müssen. Ich mag es, mit mir selber gut auszukommen, mich für niemanden aufgeben zu müssen. Durch all die Zeit, die ich mit mir verbracht habe, bin ich mir selber immer näher gekommen. Ich weiß, wer ich bin und wer ich sein will. Ich weiss zwar nicht, wo es hingeht, aber dafür, dass ich mir auf meinem Weg immer treu bleiben werde. Von wem sonst kann man das behaupten?
Ich mag es nicht, bemitleidet zu werden, weil ich niemanden habe. Was ja nicht einmal wahr ist! Ich habe sehr viel; ein liebes Umfeld, das ich nicht missen möchte, und ich habe eine tolle Beziehung zu mir selber. Was viele, die sich auf jemand anderen fixieren, nicht von sich behaupten können! Wie viele Menschen sind einfach mit jemandem, um nicht allein zu sein, um sich nicht mit sich auseinanderzusetzen, um sich aus dem Weg zu gehen, um die Bestätigung irgendwo anders zu holen? Zu viele. Natürlich ist niemand gerne einsam, aber es ist in meinen Augen wichtig, allein sein zu können – um dann das zu zweit sein umso mehr schätzen und seine Person einbringen und durch die Hilfe des anderen sich weiter verwirklichen zu können.
Gedanken
Zwei kurze Texte, die unterwegs im Flug von Montréal nach Zürich entstanden sind.
In der Schwebe
Auf 11’000 m Höhe, bei -56 Grad schwirren meine Gedanken mit 990 km/h durch meinen Schädel. Eingesperrt in diesem kleinen Flugzeug mitten über dem Ozean befinde ich mich in der Schwebe, bin weder hier noch dort. Wenn ich daran denke, dass das hier zum dort wird, zieht sich meine Magenregion gefährlich eng zusammen, und im gleichen Rhythmus wechseln sich Würgereiz und Kloss im Hals ab. Jede Faser meines Körpers gibt mir zu spüren, dass sie sich mit aller Kraft dagegen wehrt. Doch hier, in der Schwebe, gibt es kein Zurück. Nur ein Zurück in das alte Hier. Das man kaum erwarten konnte zu verlassen, und nun holt es einen ein. Noch gibt es kein Hier, kein Dort, kein Damals und kein Später. Aber bald holt mich die Realität ein, drängt mich zurück in die alte neue Welt. Die Zeit im Dort hat mich verändert, habe mich dort eingelebt, die Eigenarten von dort übernommen, den Lebensstil von dort lieben gelernt. Muss ich mich jetzt ans hier zurückanpassen? Hat die Zeit auch hier ihre Spuren hinterlassen oder ist alles wie immer?
Ein komisches Gefühl, nirgends zu sein. Und wer weiss, vielleicht wird das Hier ja zu einem neuen Dort.
Ankommen
Meine Zeit in Montréal ist nun offiziell zu Ende und in zwei Stunden bin ich wieder auf Schweizer Boden. Was für mich so unwirklich scheint, ist bittere Realität. Auch wenn nicht immer alles perfekt war, möchte ich keine Sekunde missen und schätze es, wie alle die Erfahrungen mich geprägt haben. Ich weiss noch nicht, wie sich das in der kommenden Zeit bemerkbar machen wird; ob ich anecken werde, ob ich „du hast dich aber verändert“ zu hören bekomme, ob ich mich mit meinem vorherigen Lebensstil nicht mehr im Reinen bin, ob ich zwischen hier und dort trenne und meine Schweizer Art mehr zum Vorschein kommt.
Wer weiss, wie lange es dauert, bis ich ankomme. Da, wo ich bin und sein will.


