2 Monate und 24 Tage in der Schweiz

Fast so lange hab ich gebraucht, bevor ich das erste Mal über Montreal gebloggt habe – jetzt bin ich immerhin einen Monat schneller! Meine Verfassung jetzt lässt sich mit der beim letzten Eintrag natürlich überhaupt nicht vergleichen. Ich ertappe mich dabei, wie mich der Trott der Heimat wieder aufsagt, das Altbekannte sich über mich gestülpt hat und die gross gefürchtete Routine schleichend, aber bestimmt über meinen Alltag, meine Gedanken, mein Leben bestimmt.

Home is where the heart is – doch was, wenn dieses an mehreren Orten ein Fleckchen hinterlassen hat? Ich ertappe mich dabei, dass ich in jeder schlechten Minute daran denke, einfach nach Montréal zurück zu gehen – da, wo ich keine Routine hatte, immer Neues auf mich zukam, das Leben zwar nicht einfach, aber deswegen gerade lebenswert und aufregend war. Warum überhaupt? Eine simple Fluchtreaktion, weil das Leben manchmal Stolpersteine mit sich bringt? Hoffnung, dass dort drüber alles besser ist? Warum weg wollen, wenn es in der Schweiz doch alles gibt, was das Herz begehrt?

Ja. Die Schweiz. Das nun teuerste Land der Welt lebt im Wohlstand, besitzt gute Infrastruktur, hat nur anständige Leute, kennt kaum Armut, frische und regionale Lebensmittel sind der Standard und überhaupt, die Lebensqualität lässt sich kaum schlagen. Und doch muss ich mich wieder re-integrieren, fühle mich oft fremd, verstehe gewisse Strukturen der Schweizer Mentalität nicht mehr. Muss ich? Nein!

Diese Erfahrungen, die ich sammeln durfte und die mich verändert haben, die mir erlaubt haben, meine Perspektive zu wechseln und zu erkennen, wie ich doch teilweise „typisch schweizerisch“ denke, sollte ich nun zurück in der „Heimat“ nicht verwerfen, sondern nutzen, um diese Bereicherung weiterhin erhalten zu können und mir die Möglichkeit geben, so zu sein, wie ich durch all meine Erfahrungen geformt wurde und sein will.

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