Luzerner Musik #2

Ein neuer Artikel ist von mir wieder auf tink.ch erschienen, zwar einen Monat zu spät, aber besser spät als nie! Es geht um eine Kritik am Lucerne Festival. Es hat Spass gemacht, zwei Konzerte gratis besuchen zu dürfen und dann noch öffentlich seinen Senf dazu abzugeben. Könnte ich mich dran gewöhnen 🙂

So, hier, kommt, drücket und leset: http://www.tink.ch/new/article/2015/05/06/gegensaetzliches-zusammenspiel/

Viel zu viel

Von den enthusiastischen „ich schreibe jetzt jede Woche und mache nichts anderes mehr“ zu dieser andauernd währenden und  niemals aufhörenden Funkstille, welche durch gelegentliche Aufschreie meines Innenlebens und des schlechten Gewissens, gepaart mit emotionalen Ausbrüchen und leidenschaftlichen Schreibeskapaden unterbrochen wird. Seien wir realistisch, mehr als ein Artikel pro Monat ist im Moment einfach nicht drin.

Meiner Meinung nach könnte der Tag viel mehr Stunden haben. Dann könnte ich: Texte lesen, die relevanten und freiwilligen, die in den Bücher und empfohlenen Artikeln, Texte schreiben, für die Uni, für die Bachelorarbeit, für den Journalismus, für den Blog, für mich, Musik machen, singen, tanzen, Klavier spielen, ein neues Instrument lernen, zu zweit, zu viert, alleine, Musik hören, ein Konzert geben, ausgehen, Sport machen, Yoga, Joggen, Pilates, Boxen, Kraftsport, Badminton, Dehnen, Handstand üben, allein, zu zweit, in der Gruppe, im Fitnesscenter, draussen, zuhause oder auf dem Sportplatz, nachdenken, über mich, über die anderen, über das Leben, über den Tod, über die Menschen, die Tiere, wie ich sein will, wer wir sind, Freunde treffen, den Freund treffen, Liebe verbreiten, streiten, Bewerbungen schreiben, auf Antworten hoffen, Geld verdienen, Geld ausgeben, in Seminare gehen, das Leben planen, Bachelorarbeit schreiben, Thesen verwerfen und wieder aufstellen, andere Arbeiten schreiben, mich aufregen, Lebenskrisen durchmachen, leben –

oder einfach länger schlafen.

2 Monate und 24 Tage in der Schweiz

Fast so lange hab ich gebraucht, bevor ich das erste Mal über Montreal gebloggt habe – jetzt bin ich immerhin einen Monat schneller! Meine Verfassung jetzt lässt sich mit der beim letzten Eintrag natürlich überhaupt nicht vergleichen. Ich ertappe mich dabei, wie mich der Trott der Heimat wieder aufsagt, das Altbekannte sich über mich gestülpt hat und die gross gefürchtete Routine schleichend, aber bestimmt über meinen Alltag, meine Gedanken, mein Leben bestimmt.

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Update

So, da nun meine journalistische Karriere begonnen hat und hoffentlich nicht allzu schnell wieder endet, möchte ich hier etwas aktiver werden. Bin ich auch etwas erschrocken, dass ich den ganzen Februar nichts geschrieben habe! Zeit hätte ich ja genügend gehabt. Also los, let’s schreib!

Mein Plan: ab jetzt einen Artikel pro Woche! Den dann auch hoffentlich jemand liest 😉 Hab schon ganz viel geplant, aus ganz verschiedenen Bereichen. Wird toll!

#motiviert #schreiberling

Alleinsein

Kleine Gesellschaftskritik: obwohl wir uns in einer „progressiven“ Gesellschaft befinden und viele alte Muster aufgebrochen worden sind, lassen sich die alten Muster doch nicht ganz lösen. Dieser kleine Text ist entstanden, als ich – nun seit einiger Zeit glücklicher Single – mich ein weiteres Mal mit Missgunst gegenüber unserer Spezies konfrontiert sah. Es ist irgendwie nicht angebracht, allein zu sein und das zu geniessen.

Viele haben Angst davor. Ist ja „natürlich“, der Mensch ist bekanntlich ja ein soziales Tier. Aber ist es so schlimm, auf sich allein gestellt zu sein? Niemanden an seiner Seite zu haben der einen in seinem Vorhaben bestärkt, unterstützt, kritisiert? Ist man abhängig von dem anderen? Ist man sowieso immer auf der Suche nach der zweiten Hälfte? Ist man alleine unvollständig? Kann man nur zu zweit ganz funktionieren?
Ich bin gerne allein. Ich mag es, alleine in meinen Gedanken herumschweifen zu können und von niemandem gestört zu werden, sie mit niemandem teilen zu müssen. Ich mag es, mit mir selber gut auszukommen, mich für niemanden aufgeben zu müssen. Durch all die Zeit, die ich mit mir verbracht habe, bin ich mir selber immer näher gekommen. Ich weiß, wer ich bin und wer ich sein will. Ich weiss zwar nicht, wo es hingeht, aber dafür, dass ich mir auf meinem Weg immer treu bleiben werde. Von wem sonst kann man das behaupten?

Ich mag es nicht, bemitleidet zu werden, weil ich niemanden habe. Was ja nicht einmal wahr ist! Ich habe sehr viel; ein liebes Umfeld, das ich nicht missen möchte, und ich habe eine tolle Beziehung zu mir selber. Was viele, die sich auf jemand anderen fixieren, nicht von sich behaupten können! Wie viele Menschen sind einfach mit jemandem, um nicht allein zu sein, um sich nicht mit sich auseinanderzusetzen, um sich aus dem Weg zu gehen, um die Bestätigung irgendwo anders zu holen? Zu viele. Natürlich ist niemand gerne einsam, aber es ist in meinen Augen wichtig, allein sein zu können – um dann das zu zweit sein umso mehr schätzen und seine Person einbringen und durch die Hilfe des anderen sich weiter verwirklichen zu können.

Gedanken

Zwei kurze Texte, die unterwegs im Flug von Montréal nach Zürich entstanden sind.

In der Schwebe

Auf 11’000 m Höhe, bei -56 Grad schwirren meine Gedanken mit 990 km/h durch meinen Schädel. Eingesperrt in diesem kleinen Flugzeug mitten über dem Ozean befinde ich mich in der Schwebe, bin weder hier noch dort. Wenn ich daran denke, dass das hier zum dort wird, zieht sich meine Magenregion gefährlich eng zusammen, und im gleichen Rhythmus wechseln sich Würgereiz und Kloss im Hals ab. Jede Faser meines Körpers gibt mir zu spüren, dass sie sich mit aller Kraft dagegen wehrt. Doch hier, in der Schwebe, gibt es kein Zurück. Nur ein Zurück in das alte Hier. Das man kaum erwarten konnte zu verlassen, und nun holt es einen ein. Noch gibt es kein Hier, kein Dort, kein Damals und kein Später. Aber bald holt mich die Realität ein, drängt mich zurück in die alte neue Welt. Die Zeit im Dort hat mich verändert, habe mich dort eingelebt, die Eigenarten von dort übernommen, den Lebensstil von dort lieben gelernt. Muss ich mich jetzt ans hier zurückanpassen? Hat die Zeit auch hier ihre Spuren hinterlassen oder ist alles wie immer?

 Ein komisches Gefühl, nirgends zu sein. Und wer weiss, vielleicht wird das Hier ja zu einem neuen Dort.

Ankommen

Meine Zeit in Montréal ist nun offiziell zu Ende und in zwei Stunden bin ich wieder auf Schweizer Boden. Was für mich so unwirklich scheint, ist bittere Realität. Auch wenn nicht immer alles perfekt war, möchte ich keine Sekunde missen und schätze es, wie alle die Erfahrungen mich geprägt haben. Ich weiss noch nicht, wie sich das in der kommenden Zeit bemerkbar machen wird; ob ich anecken werde, ob ich „du hast dich aber verändert“ zu hören bekomme, ob ich mich mit meinem vorherigen Lebensstil nicht mehr im Reinen bin, ob ich zwischen hier und dort trenne und meine Schweizer Art mehr zum Vorschein kommt.

Wer weiss, wie lange es dauert, bis ich ankomme. Da, wo ich bin und sein will.

5 – 2 = 3

Innerhalb von zwei Tagen ist unsere WG um zwei tolle Mitbewohner geschrumpft – der eine stürmte nach Nicaragua um die kalten Wintermonate in Zentralamerika zu verbringen, die andere besucht Familie und Freunde in Frankreich in dieser besinnlichen Zeit.

Dieser Ort, wo sonst immer so viel los war, wo praktisch nie Ruhe herrscht, weil immer Musik läuft, jemand kocht, ganz nach französischer Manier durch die ganze Wohnung gekreischt oder gefaucht wird, ist nun still. Ein seltsames Gefühl. Man könnte meinen ich sei schon wieder in der Schweiz 😉

Spass beiseite, man merkt wie Weihnachten sich langsam einschleicht, wie die letzten Wochen ihre Spuren hinterlassen haben, die Prüfungen vorübergehen und sich mit dem Einbruch des Schnees die Stimmung in der Stadt gedrückt wird. Alles funktioniert langsamer, überlegter, reflektierter. Ja, das Jahr neigt sich dem Ende zu und somit auch meine Zeit in Montréal. Kaum zu glauben, aber in zwei Tagen geht’s schon nach New York! Und in zehn Tagen nachhause. In die alte Welt. Mal schauen, ob die noch ist wie vorher oder ob sich auch dort die Gleichung an die Situation angepasst hat.

let it snow!

So, die kleine Lernpause möchte ich nutzen um euch von meinen ersten kanadischen Schneeerlebnissen zu berichten! Er hat ja lange auf sich warten lassen, der Herr (oder die Herrschaft. Das Volk. Die Gemeinschaft der grossen Schneeflocken. Jetzt hab ich’s). Aber heute, am 10.12.14 (was für ein schönes Datum) war es endlich so weit! Ich war immer so neidisch wenn ich Fotos von der Schweiz im Schnee – im Oktober – auf Facebook sehen durfte und hier war’s einfach noch warm und nix von Schnee weit und breit! Das erste Mal sah ich’s auf der Reise nach Philadelphia, und nachher hat’s auch immer wieder ein bisschen, aber heute kam’s so richtig. Volli Hääna. Es schneit nun seit 48h (ok, erst 47) ununterbrochen und es ist toll! Man könnte es ja fast geniessen, müsste man nicht immer lernen… Na, so hat es einen Überraschungseffekt. Ausgehend von der Tatsache, dass ich mich immer im Untergrund bewege und es natürlich nirgends Fenster hat (nein, nicht im Untergeschoss… In den oberen Bereichen der Uni auch nicht. Damit jaaa keine Kälte reinkommt oder nur auf die Idee kommt!), war’s ganz toll abends aus der Metro zu kommen und von der nächsten Ladung weissem Pulver überrascht zu werden. Nach so einem Tag in der Höhle vergisst man ja auch, dass es kalt und nass und windig ist draussen..

Also, ich als Bergkind hab mich natürlich meeeega gefreut und gleich ein paar Fotos geschossen! Yay!

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Und zum Schluss noch ein Vergleich der „Terrasse“ morgens und abends:

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Hoffe euch freut’s auch so wie mich und baut einen Schneemann mit mir darauf, dass das noch bisschen hält!