Zwischen den Jahren – was war, was wird

Bin ich auf dem richtigen Weg? Werde ich eine gute Journalistin? Will ich das überhaupt? Was will ich wirklich? Was macht mich glücklich? Wie viel muss ich geben? Wie viel will ich geben? Was wird aus mir?

Mein 2016 war geprägt von Gedanken wie den obigen. Es war eine spezielle, schwierige, aufregende, spannende Zeit. Der Bachelor war fertig, ich konnte Anfang Januar ein tolles Praktikum im Journalismus starten. Der Start in der Arbeitswelt ist hart, voller Fragen, voller Unsicherheiten. Ich habe mich schneller gefunden als gedacht (darüber habe ich hier geschrieben). Und doch hat etwas gefehlt. Also habe ich noch mehr gearbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Ahnung sollte man doch bekommen, was man will, oder?

Es war eine durchaus intensive Zeit, positiv wie negativ (was 2016 in den Medien so los war, muss ich ja niemanden erzählen). Ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viel gelernt, sowohl fachlich als auch persönlich. Nur schon die banalen Dinge wie weniger Freizeit zu haben, Freunde weniger zu sehen, alles genauer planen zu müssen etc. Und natürlich habe ich journalistisch unglaubliche Erfahrungen sammeln dürfen, die ich so schätze – danke dafür!

100% arbeiten, dafür bin ich noch nicht reif. Mir fehlte das Studium, Wissen anhäufen, tief eintauchen in ein Thema, alles darüber lernen, der Austausch mit anderen Fachschaften. Nun habe ich also einen Master namens „Weltgesellschaft und Weltpolitik“ gestartet, und die Abwechslung von Studium und Job ist perfekt.

Pausen gab es 2016 zu wenig. Definitiv. Die letzten Monate waren ein Krampf. Ich mag nicht mehr. Fühle mich ausgebrannt. Habe keine Kraft mehr für die schönen Dinge des Lebens. Das ist nicht okay. Warum ist das so?

Das Problem liegt in unseren grenzenlosen Möglichkeiten. Wer kennt diese Gedanken nicht? Wir sind Anfang 20, geniessen das Leben in vollen Zügen, können alles werden – doch was, wenn das nicht reicht? Ist die Angst davor so gross, dass wir uns so viel Arbeit wie möglich aufhalsen, um ja viele Erfahrungen vorweisen zu können?

Ich muss diese Frage mit Ja beantworten. Die Furcht, zu scheitern, ist so gross, dass ich immer wieder in die selbe Falle tappe. Ich will jede Chance ergreifen, die sich mir bietet. Es fällt mir schwer, mich nicht auf jede Stelle zu bewerben, die ich sehe – obwohl ich ja jetzt einen guten Job habe. Ich hinterfrage täglich, wer ich bin, was ich will, was mich motiviert, wie meine Traumarbeit aussehen soll, wie mein Leben sich gestalten soll. Das ist ziemlich anstrengend. Ich brauche Luft zum Atmen.

Mein Ziel für 2017: Bewusst weniger machen. Das mag sich komisch anfühlen, doch ich brauche das. Ich will genug Zeit haben für das Studium – und vor allem für MICH. Arbeiten kann ich für den Rest meines Lebens. Ich will auf meinen Weg vertrauen. Ich weiss, was ich kann und dass ich etwas finden werde, das mich glücklich macht, auch wenn ich jetzt noch nicht weiss, was das sein wird.

Darum werde ich ab Februar 2017 nur noch studieren (das ist übrigens auch viel Arbeit!). Es braucht viel Mut, das hier zu sagen, doch ich will dieses Thema ansprechen – weil ich das Gefühl habe, dass es so vielen gleich geht wie mir, dass unsere Generation ausbrennt.

Deshalb wird mein grosses Ziel für das nächste Jahr, meine persönliche Balance zu finden. Ich hoffe, du findest sie auch.

Happy 2017!

PS: Es gab auch einige sehr schöne Momente dieses Jahr. Hier noch einige davon.

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