«Ich will die französische Seele aufspüren»

Florence Fischer reist für SRF während der Europameisterschaft nur mit Smartphone und Selfiestick als Aussenreporterin durch Frankreich. Im Interview spricht die Radiomoderatorin über das trimediale Angebot von SRF, ihre Beziehung zu Fussball und ihren EM-Favoriten.

Pariser Baguette oder Moules-Frites – was wollen Sie in Frankreich auf keinen Fall verpassen? 
Ganz klar das Baguette, ich habe nämlich leider eine Muschelallergie.

Was wird Sie als «Florence en France» mehr interessieren – Stars wie Benzema und Zidane oder die Angst vor weiteren Anschlägen und «Nuit Debout»? 
Ich setze den Fokus nicht auf politische Dinge, dafür ist es nicht das richtige Format. Sollten Ängste aufkommen, werde ich das thematisieren, doch es ist nicht das Hauptthema. Ich kümmere mich mehr um die gesellschaftlichen Bereiche.

Sie werden nur mit dem Smartphone und einem Selfiestick in der Tasche durch Frankreich reisen. Mit einem Hochglanzmagazin kann man da wohl nicht rechnen? 
Die Qualität ist mit den Berichten vom Fernsehteam nicht vergleichbar. Dafür wird es sehr persönlich, und das zählt für uns. Es ist etwas vollkommen anderes, als mit einem ganzen Kamerateam unterwegs zu sein, und wir hoffen, so möglichst nah an die Menschen heranzukommen.

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Apropos: Werden Sie auch auf Snapchat zu sehen sein? 
Das habe ich momentan nicht im Sinn. Bis jetzt ist Instagram, Facebook und Twitter nebst Radio und Fernsehen vorgesehen. Snapchat würde zwar durchaus gut passen, aber leider ist auch immer das gesamte Material nach 24 Stunden wieder verloren.

Die Videos werden vor allem auf Social Media gespielt. Soll so ein junges Publikum angezogen werden?
Ja, unbedingt. Es geht aber vor allem darum, möglichst alle abzuholen und crossmedial tätig zu sein. So haben wir über Fernsehen, Radio und Social Media eine gute Abdeckung. Das wird das erste Projekt sein, in dem SRF konsequent trimedial arbeiten wird. Es wird sich zeigen, wo die Bedürfnisse der Zuschauer sind.

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Ist es Ihr Auftrag, die weiblichen Fans abzuholen?
Dass muss man gar nicht, die sind alle schon da. Das Klischee ist zwar noch ganz stark verankert in unserer Gesellschaft, aber Frauen lieben Fussball und stehen den Männern nichts nach. Dass wir Frauen uns nur für die schönen Spieler, nicht aber für Abseits und Co. Interessieren, sind definitiv veraltete Vorstellungen. Die will ich jetzt revidieren.

Sie sind sonst bei Radio SRF Virus tätig, haben zum ersten Mal mit der Sportredaktion gearbeitet. Wie war es, als «Externe» in die Welt der Sportler einzutauchen?
Ich bin total begeistert, sie sind alle super nett. Gerade die Kommentatoren kannte ich nur übers Fernsehen, fühlte mich aber in der Redaktion sofort sehr wohl. Seit drei Monaten arbeiten wir nun zusammen und ich kann mich nicht beklagen.

Als Frau sind Sie im SRF-Sportmannschaft in der klaren Minderheit. 
Genau, ich bringe jetzt Frauenpower ins Team, das ist meine Mission (lacht).

Florence Fischer ist dem SRF-Publikum ein noch nicht sehr geläufiger Name. Worauf darf sich der Zuschauer freuen? 
Auf ganz viel Spontaneität. Ich will die französische Seele aufspüren, die Kultur vermitteln. Wie das geschehen wird, ist aber noch offen. Ich habe zwar einen groben Plan, aber die Begegnungen werden auf der Reise erst entstehen, sodass ich noch nicht genau sagen kann, wo es hingeht. Es werden sicher einige spannende Persönlichkeiten dabei sein, es wird sehr unterhaltsam, und der Zuschauer darf viel mitbestimmen. Ich freue mich auf jegliche Inputs via Social Media.

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Florence Fischer mit Beni Thurnheer an der Pressekonferenz zur EM-Berichterstattung beim SRF.

Welche Gesichter werden Sie vor die Smartphone-Kamera holen? 
Ich habe natürlich schon ein paar Personen kontaktiert. Aber ich will jetzt noch nichts verraten. Ausser eines: Nicht alles hat etwas mit Fussball zu tun.

Beim SRF wurde in letzter Zeit der Röstigraben immer wieder thematisiert. Wie steht es um Ihr Französisch? 
Ich habe französisches Blut in mir. Meine Grossmutter kommt aus Frankreich, weswegen ich oft dort in den Ferien war, mein Freund lebt in Paris – ich habe also eine starke Bindung zum Land.

Zum Schluss noch eine Fussball-Frage: Wo sehen Sie die Chancen der Schweiz? 
Ganz klar, im Finale! Ich weiss nicht, warum alle so zweifeln. Seid mal etwas selbstbewusst.

Dieses Artikel erschien ursprünglich auf persoenlich.com.

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