3 Monate und 15 Tage in Montréal

So, bin nun schon eine gefühlte Ewigkeit hier und hab das mit dem Blog einfach nie zustande gebracht. Nicht zuletzt, weil ich es natürlich irgendwie geschafft habe, das Loch für die SD-Karte zu blockieren, also (noch) keine Fotos!

Ich schreib jetzt aber trotzdem mal was. Ist ja eine willkommene Ablenkung vom Arbeiten schreiben. Das beschäftigt mich hier nämlich tagtäglich. Naja nicht ganz, aber musste noch nie so viel in einem Semester abliefern. War echt krass! Da lernt man dafür diszipliniert zu sein. Und dann noch auf französisch.. The struggle is real! Zum Glück hab ich liebe, französisch sprechende Freunde hier, die sich damit quälen, meine Artikel, Fiches, Essays, Synthesen und Arbeiten zu lesen. Nicht selten muss(te) ich mir ein “Mais Sonja. c’est n’importe quoi!! Qu’est-ce que t’as fait??!!” anhören.

Das soll jetzt aber nicht as Thema sein; über meine universitären Erlebnisse berichte ich ein anderes Mal.

An dieser Stelle nur eine kleine Liebeserklärung an die letzten drei Monate und 15 Tage, die ich nun schon hier bin.

Montréal, t’es ouffissime! Ich liebes es. Ich liebe diese Stadt. Ich liebe die Montréaler. Ich liebe das Lebensgefühl, die Energie, das wunderschöne Wetter, der kalte Wind, die Dépanneurs an jeder Ecke, die Street Art, das Hipstertum und die alteingesessenen Hockeyfans. Ich liebe das Gefühl, dass hier jeder so sein kann wie er will.

Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, nicht in dieser Stadt zu leben. Wenn nicht mehr mindestens einmal im Monat Kurse ausfallen weil es mal wieder eine GV oder eine Demonstration oder einen Streik gegen das System gibt. Wenn es nicht mehr überall nach Gras schmeckt und man auf offener Strasse was in die Hand gedrückt bekommt. Wenn -15°C nicht mehr als normal gelten und alles über -10°C schon warm ist. Wenn man nicht mehr noch 15% Taxen einrechnen muss und die Angestellten motzen wenn man mal nur 10% gibt. Wenn man nicht mehr betonen muss, dass man nicht aus Frankreich kommt und der eigene Name nicht “Sonscha” ausgesprochen wird. Wenn man nicht mehr sonntags mal spontan zu Jean Coutu kann weil der Kühlschrank plötzlich leer war. Wenn man nicht mehr ungeschminkt und in den Schmuddelklamotten in den Ausgang gehen kann und trotzdem sich super wohl in seiner Haut fühlt. WENN MAN NICHT MEHR TABERNAK UND BLASFEM UND ESTI ALS FLUCHWÖRTER BENUTZEN KANN.

Montréal, c’est toi le verbe aimer. Québec, je me souviens et je retournerai, j’en suis sûr!

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